Kauapparat & Funktion
Funktionsstörungen des Kauapparats gezielt behandeln — für einen optimalen Biss, entspannte Muskeln und nachhaltige Beschwerdefreiheit.
Wenn das feine Zusammenspiel zwischen Kiefer, Zähnen und Kaumuskulatur aus dem Gleichgewicht gerät, können die Folgen vielfältig sein: Kopfschmerzen, Kieferknacken, Nackenverspannungen oder chronische Schmerzen ohne erkennbare Ursache. Im Rahmen der Funktionstherapie in unserer Münchner Zahnarztpraxis gehen wir diesen Störungen systematisch auf den Grund und behandeln sie nachhaltig — individuell abgestimmt auf Ihre Situation.
Unter Funktionstherapie verstehen wir alle Maßnahmen, die darauf abzielen, Funktionsstörungen des Kausystems zu diagnostizieren und zu behandeln. Das Kausystem umfasst die Zähne, den Kiefer, die Kiefergelenke, die Kaumuskulatur sowie alle beteiligten Nerven und Bänder.
Zu Beginn steht immer eine umfassende Funktionsanalyse: Wir untersuchen, wie sich Ihr Kiefer beim Öffnen, Schließen und seitlichen Bewegen verhält, analysieren Ihre Bisslage und prüfen die Muskelspannung. Auf dieser Grundlage entwickeln wir einen individuellen Therapieplan.
Funktionstherapie ist eng verwandt mit der CMD-Behandlung — beide zielen darauf ab, das Gleichgewicht im Kauapparat wiederherzustellen. Auch eine Knirschschiene kann Teil der Funktionstherapie sein.
Die maßgefertigte Aufbissschiene entlastet das Kiefergelenk, entspannt die Kaumuskulatur und schützt die Zahnoberflächen vor weiterem Abrieb. Sie wird meist nachts getragen und ist häufig der erste Schritt der Funktionstherapie.
Wenn eine Fehlstellung des Bisses die Ursache ist, korrigieren wir diese durch selektives Einschleifen, Aufbauen von Zähnen oder kieferorthopädische Behandlung. Das Ziel ist ein harmonischer, gleichmäßiger Biss.
Ergänzend zur zahnärztlichen Behandlung kann Physiotherapie sinnvoll sein — insbesondere bei ausgeprägten Muskelverspannungen oder Haltungsproblemen, die auf den Kiefer einwirken.
Stressmanagement, Entspannungsübungen und das Bewusstmachen von Parafunktionen (z.B. Zähnepressen tagsüber) sind wichtige Bestandteile einer nachhaltigen Funktionstherapie. Bei stark abgeriebenen Zähnen kann eine Abrasionsgebiss-Sanierung nötig sein.
Gründliche Untersuchung von Kieferbeweglichkeit, Bisslage, Muskelspannung und Kiefergelenken — als Grundlage für die Diagnose.
Wir besprechen gemeinsam mit Ihnen die Befunde und entwickeln einen maßgeschneiderten Behandlungsplan.
Die eigentliche Behandlung beginnt — mit Schiene, Einschleifen oder anderen Maßnahmen, abhängig von der Ursache Ihrer Beschwerden.
Regelmäßige Kontrollen sichern den Therapieerfolg. Bei Bedarf passen wir die Schiene an oder ergänzen weitere Maßnahmen.
Viele Patientinnen und Patienten, die zur Funktionstherapie kommen, berichten von einem gemeinsamen Muster: Sie wachen morgens mit Kieferschmerzen, Kopfdruck oder einem tauben Gefühl in der Kaumuskulatur auf — obwohl sie sich an nichts erinnern können. Der Grund liegt oft im Schlaf: Unbewusstes Zähneknirschen (Bruxismus) oder Pressen des Kiefers in der Nacht belastet das Kiefergelenk über Stunden, ohne dass der Betroffene es bemerkt.
Stress, flacher Schlaf und eine ungünstige Schlafposition verstärken dieses Muster. Die Folgen gehen über Kieferschmerzen hinaus: Abgeriebene Zähne, morgenliche Erschöpfung trotz ausreichend Schlaf, Ohrgeräusche und Verspannungen im Schulter-Nacken-Bereich sind häufige Begleitbeschwerden. Oft wird der Zusammenhang mit dem Kiefer erst spät erkannt — weil die Symptome scheinbar nichts mit den Zähnen zu tun haben.
Eine individuell angepasste Aufbissschiene aus unserer Funktionstherapie unterbricht diesen Kreislauf: Sie positioniert den Unterkiefer in einer entspannten Ruhelage, verhindert direkten Zahnkontakt beim Knirschen und entlastet das Kiefergelenk während des Schlafs. Viele Patientinnen und Patienten berichten bereits nach wenigen Wochen von weniger Kopfschmerzen, ruhigerem Schlaf und einem entspannteren Start in den Tag.
Die Kosten einer Funktionstherapie variieren je nach Umfang der Diagnostik und der gewählten Behandlungsmethode. Eine ausführliche Funktionsanalyse mit instrumenteller Vermessung liegt in der Regel zwischen 300 und 800 Euro.
Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt die Kosten für eine Funktionstherapie in vielen Fällen nicht vollständig. Aufbissschienen werden häufig als Kassenleistung abgerechnet, während die instrumentelle Funktionsanalyse und aufwändigere Therapiemaßnahmen in der Regel privat zu tragen sind.
In unserer Praxis erstellen wir Ihnen vorab einen transparenten Kostenplan, damit Sie genau wissen, welche Leistungen anfallen.
Die Dauer hängt von der Ursache und Schwere der Beschwerden ab. Eine Schienentherapie zeigt oft schon nach wenigen Wochen erste Erfolge. Die gesamte Behandlung kann zwischen 3 und 12 Monaten dauern.
Nein. Die Funktionstherapie ist eine konservative, nicht-invasive Behandlung. Die Aufbissschiene wird individuell angepasst und ist angenehm zu tragen. Anfangs kann ein leichtes Druckgefühl auftreten, das sich schnell legt.
In den meisten Fällen wird die Schiene nachts getragen, da unbewusstes Knirschen und Pressen vor allem im Schlaf auftritt. Je nach Befund kann auch ein tagsüber getragenes Modell sinnvoll sein — das besprechen wir individuell mit Ihnen.
Ja, psychischer Stress ist einer der häufigsten Auslöser für Zähneknirschen und Kieferverspannungen. Neben der zahnärztlichen Behandlung können Entspannungstechniken und Physiotherapie die Therapie sinnvoll ergänzen.
In der Regel ja — die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt die Kosten für eine Standard-Aufbissschiene. Aufwändigere Schienen oder die instrumentelle Funktionsanalyse sind häufig Privatleistungen.
Ja — gerade im Kindes- und Jugendalter lohnt sich eine frühzeitige Abklärung, weil der Kiefer noch im Wachstum ist und Fehlstellungen leichter korrigiert werden können. Wenn Ihr Kind über Kieferschmerzen, Kopfschmerzen oder Schwierigkeiten beim Kauen klagt, ist eine funktionsdiagnostische Untersuchung sinnvoll. Wir beraten Sie gerne, welche Maßnahmen in welchem Alter empfehlenswert sind.
Die Wirkung der Aufbissschiene hängt von regelmäßiger Anwendung ab. Wer sie nur gelegentlich trägt, gibt dem Kiefergelenk nicht die nötige Entlastungszeit. Symptome können dadurch fortbestehen oder sich langsamer verbessern. Wenn das Tragen unangenehm ist oder Probleme auftreten, lassen Sie die Schiene lieber anpassen — wir helfen bei jedem Kontrolltermin.
Das hängt vom individuellen Befund ab. Manche Patientinnen und Patienten können die Schiene nach erfolgreicher Therapie schrittweise reduzieren oder ganz absetzen. Bei ausgeprägtem Bruxismus empfehlen wir jedoch, die Schiene langfristig als nächtlichen Schutz zu tragen — auch nach Abschluss der aktiven Behandlungsphase.
Ja — je nach Ursache kommen Physiotherapie, gezielte Entspannungsübungen, osteopathische Behandlungen oder in bestimmten Fällen auch Botulinumtoxin-Injektionen in die Kaumuskulatur infrage. Bei schwerwiegenden Bissfehlstellungen kann eine kieferorthopädische oder prothetische Versorgung notwendig werden. Wir klären im Beratungsgespräch, welcher Weg für Sie der sinnvollste ist.
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